Pädagogische Eckpfeiler im Kita-Alltag

Die tägliche Arbeit unserer Kita Forscherhaus-Zwerge wird durch die folgenden pädagogischen Eckpfeiler bestimmt:

Die Welt ist spannend, voller neuer Eindrücke, jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken und zu lernen. Das Feld der Themen ist schier unendlich groß.

Das Ziel muss es also sein, Themen für die Kinder auszuwählen, die ihnen Basiserfahrungen ermöglichen. Damit sind Erfahrungen gemeint, durch die Kinder ganz grundlegende Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten gewinnen können, um eine erste Ordnung in die Vielfalt unserer Welt zu bringen, die für sie oft als unübersichtlich erlebt wird. Sie lernen Strukturen zu erkennen und zu begreifen, was wozu gehört.

Die Themen für unsere Projekte sind deshalb bewusst so ausgewählt, dass sie den Kindern zentrale Zusammenhänge unserer Welt erlebbar machen können.

Projektthemen sind z.B.:

  • Die Natur um uns herum erforschen.
  • Erste wirtschaftliche Fragestellungen erkennen.
  • Miteinander kommunizieren und sprachlich ausdrücken.

Durch Beobachtung und Gespräche greifen wir aktuelle Themen der Kinder auf und binden sie in unseren Kita-Alltag ein. Diese intensive Auseinandersetzung mit realen Lebenssituationen der Kinder ist sehr wichtig, um den Kindern die Relevanz ihres Handelns zu verdeutlichen.

Geht es etwa darum, ein Haus zu bauen, muss es den Kindern beispielsweise möglich gemacht werden, eigene Lehmziegel herzustellen um daraus kleine Häuser zu bauen. Auf diese Weise begreifen sie auf sehr anschauliche Art und Weise, was das bedeutet: Lehmziegel herstellen.

Kinder können sehr lange mit einem Phänomen beschäftigen. Ein Bauklotz, ein Blatt, eine Hand voll Erde, ein Käfer: Kinder können sich schier „unendlich“ mit kleinen Dingen im Alltag auseinandersetzen. Sie erkunden dabei viele Eigenschaften und nehmen sie mit vielen unterschiedlichen Sinnen sprichwörtlich „unter die Lupe“.



Dabei lernen Kinder ihre Welt kennen und verstehen. Wir nehmen uns und geben Ihrem Kind die Zeit, um ihm die ausführliche Auseinandersetzung mit seiner Umwelt mit viel Zeit und Muße zu ermöglichen. Unsere Projektphasen dauern 6-8 Wochen lang und geben den Kindern die Möglichkeit, sich immer wieder und konzentriert mit einem Thema auseinander zu setzen.

Gerade im Kita-Alter lernen Kinder durch Wahrnehmen und aktives Handeln. Nur so können sie klare Vorstellungen von ihrer Welt gewinnen. Jeden Tag lernen Kinder neue Phänomene kennen, sie machen Erfahrungen, probieren aus und erfahren so auch die Konsequenzen ihres Handelns.

Ein wichtiger Grundsatz der Forscherhaus-Pädagogik ist der Zusammenhang von Handeln und Denken, weil das Denken immer mit dem Tun verknüpft ist. In Experimenten, Aktionen und Handlungen werden Vorstellungen gewonnen, über die schließlich nachgedacht werden kann und muss. Durch dieses Nachdenken über das Getane können Kinder eine erste Ordnung in ihre Welt bringen.

Deshalb spielen das praktische Ausprobieren, das Entwickeln und Verfolgen eigener Ideen, das Erleben und auch der Umgang mit Rückschlägen in der Forscherhaus-Pädagogik eine große Rolle.

Wir ermutigen und aktivieren Kinder immer wieder, Dinge auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu sammeln und ruhig auch mal Fehler zu machen.

Unser Ziel ist es, dass Kinder nachhaltig lernen und das Lernen zunehmend selbst in die Hand nehmen können. In unseren Projekten mit den Kindern stellen wir uns deshalb immer die Fragen:


  • Wie ist es?
  • Was können wir damit tun?
  • Was können wir darüber erzählen?


Durch dieses „sich Fragen stellen“ entwickeln die Kinder ganz spielerisch erste zentrale Lernmethoden und Handlungskompetenzen. Sie lernen scheinbar alltägliche Phänomene intensiver zu betrachten, wahrzunehmen oder zu erfühlen und erfahren anschaulich, dass ihnen diese Fragen tatsächlich gezielt helfen können, sich in ihrer Welt besser zurecht zu finden und spannende Dinge zu entdecken.

Mit Hilfe der auf diese Weise aufgebauten Wissensstrukturen können Kinder neue Informationen immer an die bereits aufgebauten Strukturen „anhängen“.

Wir wollen Kinder dazu anregen, sich eigene Gedanken zu machen und auf vielfältige Weise selbst erdachte und geplante Handlungen auszuprobieren.

In einem Projekt zum Thema „Küchenlernen“ könnte man 5-6-jährigen Kindern problemlos eine Anleitung zum Mischen einer Salatsoße vorgeben, die sie dann abarbeiten. Sicher sind auch das „Lesen“ der Bilder und ihr Umsetzung wichtige Lernfelder. Ganz andere Bildungsprozesse werden jedoch initiiert, wenn die Kinder aus einer Auswahl vorgegebener Zutaten ganz selbständig kleine Mengen an Salatsoßen mischen können.

Bei einem solchen Vorgehen, das ganz viele unterschiedliche Wege ermöglicht, müssen die Kinder ungleich mehr Gedanken und Handlungen in den Prozess einbringen. Sie erforschen gemeinsam mit anderen Kindern ohne dass die „richtige“ Antwort bereits im Vorhinein feststeht.

Nicht das Ergebnis ist hier das Entscheidende, sondern der Prozess.

 

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